
Ob frühes Talent oder Spätstarter - mit der Gemeinschaftsschule wird niemand allein gelassen. Das Aussortieren nach der 4. Klasse wird beendet. Alle werden unabhängig von ihrer Herkunft mindestens acht Jahre gemeinsam gefördert und gefordert.
Zu viele Talente an sächsischen Schulen bleiben durch die Entscheidung für Mittelschule oder Gymnasium am Ende der 4. Klasse auf der Strecke. Trotz der theoretischen Chance, die Schulart auch danach noch wechseln zu können, ist unser Schulsystem tatsächlich kaum durchlässig.
So wird über Bildungskarrieren und damit Lebenschancen zu früh und ungerecht entschieden. Immer öfter ist dabei die Herkunft wichtiger als das tatsächliche Leistungsvermögen. Akademikerkinder haben eine sechsmal höhere Chance auf das Abitur als Arbeiterkinder. Auch in Sachsen nimmt dieser Trend zur sozialen Spaltung durch Bildung zu.
Dem setzt die Gemeinschaftsschule die Idee des längeren gemeinsamen Lernens bis mindestens zum 8. Schuljahr entgegen. Wenn Kinder und Jugendliche unterschiedlicher Herkunft länger miteinander lernen, stärkt das den sozialen Zusammenhalt und die soziale Kompetenz.
Aus pädagogischer Sicht zeigt die Erfahrung, dass die Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern stark variiert. Manche entfalten früh starke mathematische Leistungen, andere entdecken erst später ihr Interesse für Sprachen. Dieser Unterschiedlichkeit entspricht das längere gemeinsame Lernen ebenso, indem es die Chance für Entwicklungen und Bildungswege lange offen hält.