
In der Gemeinschaftsschule wird keiner aufgegeben. Das Abschieben Leistungsschwacher in niedrigere Schularten entfällt. Stattdessen orientiert sich die individuelle Förderung an klaren Mindestkompetenzen oberhalb des jetzigen Hauptschulabschlusses.
Jeder zehnte Schüler verlässt Sachsens Schulen bislang ohne Abschluss. Mehr als jeder Fünfte wird trotz Hauptschulabschluss mit unzureichenden Kompetenzen in Ausbildung, Arbeitswelt und Leben entlassen. Schwerer als die Klagen der Wirtschaft über die mangelnden Fähigkeiten ihrer Bewerber wiegen Desinteresse und Perspektivlosigkeit vieler Schülerinnen und Schüler. Ihre beeinträchtigten Lebenschancen wurzeln in der unzureichenden Förderung Lernschwacher an sächsischen Schulen.
Individuelle Lernkultur in der Gemeinschaftsschule kann Lernschwächeren gezielt helfen, wenn sich Fördern und Fordern an klaren Mindestkompetenzen ausrichtet, die über dem Niveau des Hauptschulabschlusses liegen. Die Sicherung von unabdingbaren Fähigkeiten geht dabei vor bloßer Wissensansammlung. Lernlücken und Entmutigung werden vermieden, wenn Förderunterricht rechtzeitig einsetzt.
In einem Umfeld, in der Lernschwächere nicht unter sich bleiben, sondern gemeinsam mit Stärkeren lernen, steigen die Chancen auf Leistung und Motivation.
Der Ausgleich von Schwächen und gezieltes Fördern von Stärken in der Gemeinschaftsschule bringt so mehr Chancen als das bisherige Abschieben in andere Schularten oder bloßes Sitzenbleiben. Die Gemeinschaftsschule kann so herkunftsbedingte Bildungsnachteile abbauen und die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss reduzieren – das bringt mehr Chancen für alle.